Was ist Sims Olympus?

Schon vor der offiziellen Ankündigung von Die Sims 4 wanderten Gerüchte über das neues Spiel durch's Netz. Spieler und Fans spekulierten in sozialen Netzwerken und Foren über mögliche Neuerungen der kommenden Sims-Generation. Dabei ist eines der ältesten Gerüchte über Die Sims 4 der nie erschienene Onlinemodus für das Spiel. Bis heute sind einige der festen Überzeugung, dass die Entwickler schon vor langer Zeit an einem Mehrspieler-Modus gearbeitet haben, aber diesen aufgrund schlechter Resonanz verworfen haben. Der Publisher Electronic Arts hatte sich dazu öffentlich nie geäußert.

 

Was steckt hinter dem Gerücht? Was für ein Spiel hätte uns erwartet, wenn alles nach Plan verlaufen wäre? Alle Informationen habe ich durch wochenlange Recherche und zahlreichen Stunden auf der Suche nach im Hinweisen im Spielcode zusammentragen können. Dabei kam ich auf interessante Ergebnisse, die ich hier mit euch teilen möchte.

 

Logo von The Sims Olympus aus dem Die Sims 4 Spielcode

Was ist The Sims Olympus?

The Sims Olympus war eine geplante Online-Version von Die Sims, ähnlich wie Die Sims Online, welche nach dem Erfolg von Die Sims 3 geplant wurde. Die Entwicklung begann 2011, wurde aber nach paar Jahren abgebrochen. Dafür erschien im Jahr 2014 Die Sims 4, ein Spiel welches ab der ersten Minute vom Publisher EA als reine Einzelspielererfahrung bezeichnet wurde.

Der Grund für den Abbruch des Projektes Olympus könnte an den schlechten Erfahrungen liegen, die EA mit SimCity im Jahr 2013 gemacht hat. Der Grafikstil und viele Objekte dagegen wurden für Die Sims 4 wiederverwendet. Auch Design-Ideen und bekannte Spielwelten aus Olympus lassen sich in später erschienen Packs wiederfinden. 
 

Woher kommen die Gerüchte?

Viele Informationen, die man heute über das Projekt kennt, stammen vom ehemaligen Spielentwickler und Designer Patrick Kelly, der schon seit 2005 bei Electronic Arts arbeitete. Er kümmerte sich hauptsächlich um die Gestaltung von Benutzeroberflächen (UI) in Konsolenspielen wie z.B. Die Sims 2 Apartment-Tiere oder Die Sims 2 Gestrandet. 

Viele Spieler waren sich nicht sicher, ob man den Infos vertrauen konnte, manche glaubten, dass es ein Fake wäre oder sich um einen frustrierten Ex-Mitarbeiter handele, der EA eins auswischen will. Heute weiß man aber, dank der unzähligen Belege, dass er die Wahrheit sagte.

 
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Belege für einen Online-Modus

Auch wenn viele Entwickler auf Nachfrage bestritten haben, dass Die Sims 4 ursprünglich als Online-Multiplayer erscheinen sollte und nicht von Anfang an als ausschließliches Offline-Spielerlebnis gedacht war, gibt es viele Hinweise, Leaks und offizielles Material, dass den verschwiegenen Online-Modus bestätigt. 

Todd Kennedy Auch wenn viele Entwickler auf Nachfrage bestritten haben, dass Die Sims 4 ursprünglich als Online-Multiplayer erscheinen sollte und nicht von Anfang an als ausschließliches Offline-Spielerlebnis gedacht war, gibt es viele Hinweise, Leaks und offizielles Material, dass den verschwiegenen Online-Modus bestätigt. Auch hier taucht der blaue Plumbub der Slogan "Play with life ... together" wieder auf.

Auch wenn viele Entwickler auf Nachfrage bestritten haben, dass Die Sims 4 ursprünglich als Online-Multiplayer erscheinen sollte und nicht von Anfang an als ausschließliches Offline-Spielerlebnis gedacht war, gibt es viele Hinweise, Leaks und offizielles Material, dass den verschwiegenen Online-Modus bestätigt. 

 

Eine verschollene Spielwelt

Bevor es Pläne zu unseren bekannten Spielwelten Willow Creek und Oasis Springs gab, existierten Konzepte und und erste 3D-Visualisierungen zu einer anderen Welt, dessen Name bis heute nicht bekannt ist. 

Diese Welt wurden von den Entwicklern für viele In-Game Tests, aber auch für die Gestaltung einer bedienbaren Spieloberfläche verwendet. Auf der Karte erkennt man unten im Tal einen größeren Turm. Genau dieser Turn fand sich auch auf einem geleakten Screenshot einer frühen Version wieder. 

Das interessante dabei ist, dass sich die Welt seit dem Beginn der Entwicklung kaum verändert hat und sogar nach einer Design-Umstellung weiterhin genutzt wurde. Trotzdem kam sie aus irgend einem Grund nicht ins Spiel, obwohl sie doch schon ein Jahr vor dem Release fertig aussah. 

Erst mit dem Erweiterungspack Zeit für Freunde kam mit Windenburg eine ähnlich europäisch-angehauchte Welt ins Spiel, die sich aber wenig ähnelt. Damit bleibt diese Welt wohl bis zum Ende verschollen. 

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Bevor es Pläne zu unseren bekannten Spielwelten Willow Creek und Oasis Springs gab, existierten Konzepte und und erste 3D-Visualisierungen zu einer anderen Welt, dessen Name bis heute nicht bekannt ist. Diese Welt wurden von den Entwicklern für viele In-Game Tests, aber auch für die Gestaltung einer bedienbaren Spieloberfläche verwendet. Auf der Karte erkennt man unten im Tal einen größeren Turm. Genau dieser Turn fand sich auch auf einem geleakten Screenshot einer frühen Version wieder. 

Willow Creek 

Auch wenn man es kaum glauben wird, hatte Willow Creek anfangs noch eine farbige Karte auf der einige Bereiche wieder anders als im fertigen Spiel sind. 

 

Der von New Orleans inspirierte Stil blieb natürlich erhalten. Wusstest du, dass Willow Creek ursprünglich Garden District hieß? Einige Viertel der Welt haben immernoch den alten Namen im Spielcode. 

Die Screenshots der Entwickler aus dem Sims 4 Spielcode zeigen komplett andere Bereiche aus unserem vertrauten Willow Creek. Viele der dort aufgeführten Bereiche wurden stark verändert oder sogar komplett neu aufgesetzt. Nur das Viertel, in dem die Grusels leben, scheint sich kaum verändert zu haben.

Schau! Das Grundstück "Gut Eichhof" hatte früher eine eigene Einfahrt und das günstigere Viertel war viel größer als jetzt. 

Magnolia Promenade

Auch diese Welt existierte schon lange vorher. Es ist zwar nur wenig von dem geblieben, was wir noch kennen, aber wenn wir uns die Promenade genau ansehen, bemerken wir große Ähnlichkeiten.

 

Im Creator's Guide wurde ein frühes Konzept dieser Welt vorgestellt. Einen passenden Screenshot davon findet man im Spielcode, auf dem ein Entwickler ein paar "Sims-Objekte" in die Umgebung gestellt hat. Dabei handelt es sich um unbewegliche Figuren, die als Maß in die Welt gestellt werden, um sich daran zu orientieren. Eine Frau mit kurzem Haarschnitt im schwarzen Kleid existiert bis heute als 3D-Modell im Spiel.

Markant für diese Welt waren die vielen Anspielungen auf Krabben. So zierte auch eine große Statue das Viertel. Leider fehlt heute davon jede Spur. 

 

Ein unfertiges Spiel

Zur Gamescom 2013 kündigt Maxis das neue Spiel endlich an, allerdings nicht als Multiplayer-Spiel, sondern als komplette Einzelspieler-Erfahrung mit geringen "Online-Features", die sich letztlich als die Galerie herausstellt, mit der die Spieler eigene Kreationen innerhalb der Community teilen können. 

Interessant ist, dass sich seitdem nicht viel offensichtliches im Spiel verändert zu haben scheint. Eine Menge der Objekte sehen den aus Olympus ähnlich oder wurden komplett übernommen. Der ressourcen-sparende Cartoon-Style besteht weiterhin. Die Sims haben sich kein bisschen verändert, aber was genau ist jetzt anders? 

 

War Die Sims 4 ein Misserfolg?

Vermutlich hat der Misserfolg von SimCity (2013) große Auswirkungen auf Die Sims 4 gehabt. Viele Spieler kritisierten den "Online-Zwang" und die zahlreichen Probleme mit den Online-Servern der Städtebau-Simulation. Diese negative Resonanz brachte EA wahrscheinlich zum Entschluss das Projekt "Olympus" nach jahrelanger Arbeit abzubrechen und aus dem bereits vorhandenen Material eine komplette Einzelspielererfahrung zu entwickeln.

Das Spielkonzept musste geändert und neue Prioritäten gesetzt werden. Es wurde innerhalb von einem Jahr ein völlig neues Spiel entwickelt, welches dem Online-Modus nur vom Aussehen gleichte.

In diesem Jahr wurden fast alle Objekte, die das Basisspiel beinhaltete, erstellt. Von den bereits vorhandenen Welten wurden nur Bruchteile verwendet, da diese für einen Einzelspieler zu  klein waren. Alles weitere wurde nicht gebraucht.  

Vielleicht kann man anhand dieser Infos verstehen, weshalb Die Sims 4 so einen unglücklichen Start mit so vielen fehlenden Inhalten erlebt hat. Innerhalb von ein paar Wochen wurden schon direkt fehlende Inhalte wie Geister und Pools ergänzt, nicht aus Kulanz, sondern weil es die Entwickler nicht mehr schnell genug geschafft haben.

Nach dem Erscheinen von Die Sims 4 veröffentlichte man bis zum Sommer 2015 Packs, die noch aus diesem Zeitraum vor der Entwicklung stammen. Ab dann konnten die Entwickler neue Möglichkeiten ausschöpfen, was die Größe der Welten betraf. Die Spielwelt Windenburg wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger völlig neu gestaltet und alle darauf folgenden Welten konnten insgesamt größer ausfallen, da nunmehr keine Rücksicht auf eine ressourcensparende Online-Welt genommen werden musste.

Ein Online-Modus für Die Sims 4 wäre mit Sicherheit eine coole Abwechslung gewesen, auch wenn wir dafür viele Kompromisse eingegangen wären, wovon wir bis heute die Folgen spüren. Dafür genießen wir jetzt andere Vorteile mit Die Sims 4. Und auch wenn jetzt der Start dieser Generation für den ein oder anderen seltsam war, so können wir mit Zuversicht in eine erfolgreichere Zukunft für Die Sims 4 schauen.

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